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ESA-Chef fühlt sich wie Kolumbus: Mond soll wirtschaftlich erschlossen werden

ESA und NASA planen mit ihrem "Artemis"-Programm erstmals seit Jahrzehnten wieder eine bemannte Mondmission. Es geht dabei laut ESA-Chef Aschbacher darum zu erkunden, "welche ökonomischen Vorteile uns das bringen kann". Der deutsche Raumfahrer Gerst warnt indes vor einem Wettkampf zwischen den europäischen Astronauten, wer der erste auf dem Mond sein werde.
ESA-Chef fühlt sich wie Kolumbus: Mond soll wirtschaftlich erschlossen werdenQuelle: Gettyimages.ru © peepo / E+

Der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) Josef Aschbacher sieht in der Erschließung des Mondes große wirtschaftliche Chancen. Gegenüber der dpa sagte er:

"Wir haben eine gewisse Vorstellung, welche ökonomischen Vorteile uns das bringen kann."

Zwar könne man das volle Potenzial momentan noch nicht ganz abschätzen. Aschbacher ist jedoch "persönlich überzeugt, dass es sich lohnt". Der Mond werde sich zu einem neuen Wirtschaftsraum entwickeln, der im nächsten Jahrzehnt voll zur Blüte gelangen werde. Der ESA-Chef betont:

"Wir stehen erst am Beginn, dieses Mal den Mond nachhaltig für unsere Projekte zu nutzen. Als Kolumbus nach Amerika kam, wusste er zunächst auch nicht, was das alles heißt."

Die gesellschaftlichen Folgen der spanischen Eroberung Amerikas erwähnt Aschbacher übrigens im Folgenden nicht. Aktuelle historische Analysen gehen davon aus, dass zwischen 1492 (das Jahr von Kolumbus erster Ankunft in Amerika) und 1600 etwa 90 Prozent der indigenen Bevölkerung Amerikas ausgerottet wurde – schätzungsweise 55 Millionen Menschen. Der ESA-Chef gibt keine Erklärung dafür, warum er gerade diesen Vergleich gewählt hat.

ESA und NASA auf dem Weg zum Mond

Die ESA ist am "Artemis"-Programm der US-Raumfahrtagentur NASA beteiligt, mit der erstmals seit über 50 Jahren wieder Menschen auf den Mond gebracht werden sollen. Auch ein Europäer soll wohl dann den Erdtrabanten betreten. Das ist aber noch nicht abschließend geklärt.

Der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst hält indes nichts von einem internen Wettbewerb der europäischen Raumfahrer bei der Auswahl für eine mögliche Mondmission. Der 46-Jährige sagte nach einer mehrtägigen Expedition im Nördlinger Ries, einem fast 15 Millionen Jahre alten Meteoritenkrater in Bayern und Baden-Württemberg:

"Wir sind alle gut befreundet im Astronautenkorps. Es hängt nicht davon ab, dass man besser sein muss als der andere, um früher fliegen zu können."

Bislang sehe es so aus, dass es bei drei Artemis-Missionen Plätze für Europäer geben kann, meinte Gerst. Dafür kämen derzeit sieben Raumfahrer als Kandidaten infrage. Europa sei spiele eine wichtige Rolle in den neuen Mondmissionen, betonte Gerst:

"Wir fliegen nicht als Gäste mit, sondern wir bauen die Hälfte des Raumschiffes."

Der Geophysiker, Vulkanologe und zeitweilige ISS-Kommandant Gerst hatte mit der NASA-Anwärterin Stephanie Wilson rund um Nördlingen Gesteinsproben untersucht. Wilson könnte die erste Frau werden, die Mondboden betritt. Seit einem halben Jahrhundert bereiten sich immer wieder Raumfahrer in diesem Krater in Deutschland für künftige Raumflüge darauf vor, wie auf dem Mond Proben gesammelt werden könnten.

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(rt/dpa)

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