Liveticker Ukraine-Krieg – Putin: Kiews Truppen sind auf dem Rückzug

28.06.2026 20:34 Uhr
20:34 Uhr
Russische Flugabwehr zerstört im Laufe des Tages mehr als 70 Drohnen des Gegners
Einheiten der Flugabwehr haben im Laufe des Tages 72 ukrainische Drohnen über Russland abgefangen und zerstört, berichtet das russische Verteidigungsministerium. Die Flugziele wurden zwischen 8 und 20 Uhr Moskauer Zeit über acht Gebieten des Landes sowie über der Region Krasnodar, der Teilrepublik Krim und dem Asowschen Meer vom Himmel geholt.
20:10 Uhr
Kiew: Selenskij schlägt Denkmal für Kosakenführer Masepa anstelle der gestürzten Lenin-Statue vor
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij hat vorgeschlagen, ein Denkmal für den Kosakenführer Iwan Masepa an jener Stelle in Kiew zu errichten, an der während des Euromaidan eine Statue Wladimir Lenins gestürzt worden war. Das Denkmal wird somit auf dem Taras-Schewtschenko-Boulevard installiert.
Dies sei ein Schritt zur Wiederherstellung der "historischen Gerechtigkeit". Selenskij betonte in einer Rede anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Verfassung:
"Ich bin sicher: Dort, wo Lenin fiel, wird Masepa fest stehen."
Selenskij nannte Masepa "einen herausragenden Staatsmann und Militärführer, Philanthropen und Oberhaupt des Kosakenstaates".
Iwan Masepa war Hetman der Saporoger Kosaken und lief während des Großen Nordischen Krieges Anfang des 18. Jahrhunderts zum schwedischen König Karl XII. über. In der Ukraine gilt Masepa als Vorkämpfer der Unabhängigkeit, während Russland ihm Hochverrat vorwirft.
Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, wies darauf hin, wie ironisch ein Masepa-Denkmal auf einem Taras-Schewtschenko-Boulevard aussehen würde. In den sozialen Medien schrieb die Diplomatin:
"Es ist traurig und komisch zugleich … Komisch, weil Taras Schewtschenko Masepa hasste."
Dabei zitierte Sacharowa eine Reihe negativer Charakterisierungen von Masepa aus Werken des großen ukrainischen Dichters und Schriftstellers.
19:02 Uhr
Estnischer Premier: Europa wird zum Projekt des Friedens, aber mit Waffen
Nach dem Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine sieht sich Europa weiterhin als "Projekt des Friedens". Nun umfasst dieses Projekt auch die Verteidigungskooperation. Die europäischen Länder müssen in diesem Bereich weiterhin zusammenwirken. Diese Meinung bringt der estnische Premierminister Kristen Michal in einem Interview für das Nachrichtenportal Euractiv. Der Regierungschef betont:
"Europa war ein Projekt des Friedens ohne Waffen. Nun wird es ein Projekt des Friedens sein, aber mit Waffen. Es ist ein großer Unterschied. Wenn Europa als die reichste Region der Welt über Waffen und die Fähigkeit verfügt, auf Sicherheitsbedrohungen im In- und Ausland zu reagieren, wird Europa viel stärker."
Die Aufrüstung Europas sei eine positive Entwicklung, dadurch werde sein politisches Gewicht und Ansehen in der Welt stärker, führt Michal aus. Aus schlechten Gründen sollen gute Dinge für die europäische Zukunft geschehen.
18:26 Uhr
Ukrainische Truppen attackieren Bus in DVR – drei Verletzte
Die ukrainischen Streitkräfte haben einen Bus in der Stadt Gorlowka der Donezker Volksrepublik (DVR) mit einer Drohne angegriffen. Dies teilt Bürgermeister Iwan Prichodko mit. Durch den Angriff wurden drei Zivilisten verletzt.
17:40 Uhr
Medwedew: Ohne Sieg im Ukraine-Konflikt hat Russland keine Sicherheit
Russland muss einen Sieg in der militärischen Sonderoperation erringen, glaubt Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates.
Ansonsten wäre das Land nicht in der Lage, seine Sicherheit zu gewährleisten. Ein Sieg sei erforderlich, um diese Herausforderung zu bewältigen.
17:02 Uhr
Kiew will von Verbündeten knapp 130 Milliarden Euro in kommenden Jahren
Die Ukraine benötigt im Zeitraum von 2026 bis 2029 insgesamt 145,9 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 128 Milliarden Euro) an externer Finanzierung, heißt es in einer Haushaltsprognose des ukrainischen Finanzministeriums.
Die entsprechende Erklärung erscheint im Ergebnis der Treffen zwischen Ministern und Ministerinnen für Finanzen der Ukraine, Großbritanniens und Litauens am 25. und 26. Juni im Rahmen der Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine in Gdańsk (Danzig).
Trotz der finanziellen Unterstützung der westlichen Verbündeten, einschließlich des 90-Milliarden-Euro-Kredits, bleibt der Finanzierungsbedarf der Ukraine erheblich, erklärt der ukrainische Finanzminister Sergei Martschenko. Weitere internationale Unterstützung sei entscheidend für die Stabilität, die Finanzierung der zivilen Haushaltsausgaben und den Wiederaufbau der Ukraine.
16:00 Uhr
Putin: Kiews Truppen sind auf dem Rückzug
Ukrainische Truppen ziehen sich auf dem Schlachtfeld zurück, erklärt der russische Präsident Wladimir Putin. Aus diesem Grund greife die Ukraine zu terroristischen Aktionen. Die Nachrichtenagentur TASS zitiert das Staatsoberhaupt mit den Worten:
"Das Kiewer Regime zieht sich entlang der gesamten Frontlinie zurück und geht deswegen zu offenbar terroristischen Aktionen über. Wie sonst soll man gezielte Angriffe gegen Zivilisten und zivile Objekte sowie die nahezu offene Rekrutierung von Abtrünnigen in unserem Land für Sabotageakte und Terroranschläge bezeichnen?"
15:08 Uhr
Geran-Drohnen zerstören ukrainische MiG-29-Kampfjets

Russische Drohnenpiloten haben einen Angriff auf den Flugplatz Wosnessensk in dem ukrainischen Gebiet Nikolajew geflogen. Dabei wurden zwei MiG-29-Kampfflugzeuge sowie mehrere Unterstützungsfahrzeuge der ukrainischen Streitkräfte zerstört. Bei dem Angriff wurden zwei "Geran-4 Seeker"-Drohnen eingesetzt.
Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen.
14:38 Uhr
Ukrainische Drohnen greifen Getreidefelder im Gebiet Saporoschje an
Gouverneur Jewgeni Balizki wirft den ukrainischen Streitkräften vor, Getreidefelder im von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Saporoschje mit Drohnen in Brand zu setzen. Zuletzt habe der Gegner zwei größere Brände in den Bezirken Melitopol und Berdjansk ausgelöst. Das Feuer habe eine Fläche von zwei beziehungsweise 20 Hektar ergriffen. Die Brände seien umgehend gelöscht worden. Dazu teilt der Politiker mit:
"In den letzten 24 Stunden hat es mindestens 18 barbarische Drohnenattacken des Gegners gegeben. Dabei wurden zivile Objekte, Autos und Landwirtschaftsflächen angegriffen. Wir sehen, dass das Ziel der Bandera-Anhänger nicht ein militärischer Erfolg ist, sondern die Einschüchterung und Tötung von Zivilisten, die Zerstörung von Logistik und Lebensmittelsicherheit."
Nach Angaben von Balizki seien am vergangenen Tag sechs friedliche Einwohner des Gebiets Saporoschje verletzt worden. Ein weiterer Zivilist sei ums Leben gekommen.
14:09 Uhr
Polen befürchtet russische Übergriffe an NATO-Ostflanke
Die polnische Führung sieht ein wachsendes Risiko russischer Provokationen an der NATO-Ostflanke. Die Zeitung Rzeczpospolita zitiert den Chef des Auslandsgeheimdienstes, Oberst Paweł Szota, mit den Worten:
"Wir sehen die Ereignisse in der Ukraine und dass der Krieg für Russland derzeit nicht gut läuft. Das ist ein Grund zur Besorgnis, dass Moskau die Situation weiter eskalieren könnte."
Seiner Einschätzung nach könnte es einen begrenzten Angriff auf die baltischen Staaten geben, da Russland systematisch rote Linien überschreite, um die Reaktion der NATO zu testen.
"Die Kosten solcher Provokationen sind gering, aber das Bündnis reagiert vor allem politisch, was zu weiterer Eskalation einlädt."
Ähnlich hatte der polnische Außenminister Radosław Sikorski vergangene Woche vor möglichen Aktionen der Russen unter falscher Flagge gewarnt.
Russlands Präsident Wladimir Putin und andere Mitglieder der russischen Führung weisen regelmäßig solche Vorwürfe zurück.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.
