Gesellschaft

Twitter-Krieg um Musks Friedensvorschlag: "Gebrauchtes Kondom Russlands"

Inzwischen haben an den beiden Abstimmungen, die Elon Musk gestern auf Twitter gestartet hat, jeweils über zwei Millionen Menschen teilgenommen – mit gegensätzlichem Ergebnis. Es sind zwei Lager, die nichts mehr zu verbinden scheint.
Twitter-Krieg um Musks Friedensvorschlag: "Gebrauchtes Kondom Russlands"Quelle: www.globallookpress.com © Onur Dogman

Der Twitter-Krieg um den gestrigen Friedensvorschlag von Elon Musk geht weiter. Gestern hatte Musk einen Vorschlag zur Abstimmung gestellt, der Grundlage für Verhandlungen mit Russland sein könnte, und startete damit einen wahren Shitstorm von Ukraine-Unterstützern, darunter auch der ehemalige Botschafter Andrei Melnyk:

Musk ergänzte seine Aussagen später noch um diese Sätze: "Russland leitete eine Teilmobilisierung ein. Wenn die Krim in Gefahr ist, werden sie voll mobilisieren. Die Toten auf beiden Seiten werden verheerend sein. Russland hat dreimal die Bevölkerung der Ukraine, also ist ein Sieg der Ukraine in einem totalen Krieg unwahrscheinlich. Wenn man sich um die Menschen der Ukraine sorgt, muss man Frieden suchen."

Im Laufe des Abends meldete sich selbst der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij zu Wort:

"Welchen Elon Musk magst du lieber? Einen, der die Ukraine unterstützt, oder einen, der Russland unterstützt?"

Auf diesen Tweet antwortete Musk selbst: "Ich unterstütze die Ukraine immer noch sehr, bin aber überzeugt, dass eine massive Eskalation des Krieges der Ukraine und möglicherweise der Welt großen Schaden zufügen wird."

Auch auf Selenskijs Beitrag folgten viele Erwiderungen. "Selenskij scheint ein Problem damit zu haben, dass sich @elonmusk für den Frieden einsetzt. Warum wohl? Vielleicht, weil dann der Goldesel keine Blankoschecks mehr liefert?"

"Bin ich die Einzige, die denkt, dass der Präsident eines Landes, das angegriffen wird, Wichtigeres zu tun haben sollte, als über Elon Musk zu twittern und für Vogue-Fotos zu posieren?"

Wie gespalten das US-Publikum ist, lässt sich anhand dieser beiden Tweets sehen:

"Elon ist nur eifersüchtig auf Selenskij. Selenskij wird von der ganzen Welt geliebt und bewundert. Ein wahrer Held unserer Zeit, der tapfer und selbstlos für das Gute und Wahre einsteht!"

Und dann dies hier: "Nicht unser Zirkus", mit einer Karte mit vielen zusätzlichen Aufschriften "Nicht die USA".

Unter den Tweets von Musk geht inzwischen das Gefecht weiter. Beispielsweise mit diesem Vorschlag für ein neues Tesla-Logo:

Die Journalistin Eva Bartlett, die aus dem Donbass berichtete, tweetet: "Du bist über acht Jahre zu spät. Und in den fünf Tagen der Abstimmung haben die Bürger des Donbass ihren Willen gezeigt."

Auf ukrainischer Seite meldete sich selbst die Söldnertruppe Georgische Legion zu Wort (das sind jene, die sich im Frühjahr stolz beim Mord an russischen Gefangenen filmten) und setzte Putin mit Hitler gleich. Der Tonfall proukrainischer Meldungen hält das Niveau des gestrigen Beitrags des Ex-Botschafters Melnyk:

"Glückwünsche dazu, Russlands gebrauchtes Kondom zu werden. Dein Traum wird wahr."

Auch Kim Dotcom meldete sich zu Wort. "Wenn du von dem Ergebnis überrascht bist. Die #NAFO Botarmee, die von der CIA betrieben wird, ist verantwortlich."

Der ukrainische Generalstabchef Waleri Saluschny zeigte, wie seine wahre Einstellung gegenüber der russischsprachigen Bevölkerung ist. "Krim & Donbass gehören zur Ukraine! Menschen in diesen Gebieten entscheiden nicht, ob sie Teil Russlands oder der Ukraine sind! Wenn sie nicht Teil der Ukraine sein wollen, dann müssen sie nach Russland gehen, weil Krim & Donbass der Ukraine gehören. Meine schlichte geopolitische Analyse." Wie der Tweet zeigt, stammten diese Sätze nicht einmal von ihm; aber sie belegen, dass der oberste ukrainische Militär die Menschen dieser Gebiete für verzichtbar hält. Es waren genau solche Äußerungen gegenüber den Bewohnern der Krim, die dort das Referendum 2014 auslösten ...

Und so sieht die Antwort der Krim aus:

"Ich als gebürtiger Einwohner der Krim sehe mich als Russe, keiner meiner Freunde will zurück."

Selbst Reaktionen auf deutsche Wahlbeobachter finden sich in diesen Tweets, hier von einem Finnen: "Sorry @elonmusk. 'Da ich hier bin, kann ich mit eigenen Augen sehen, dass die Leute freiwillig abstimmen', schrieb der deutsche Energiemanager Stefan Schaller. Schaller wurde mit 'sofortiger Wirkung' gefeuert. Und das soll Demokratie sein?"

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